Keine Datenbank oder «Flat-File-CMS» sind hip. Keine DB zu verwenden verheisst auf den ersten Blick Einschränkung. Allerdings sind moderne Systeme vielerlei Aufgaben gewachsen.

  1. Geschwindigkeit
    Mit Systemen, die nur auf Dateien basieren, muss der Webserver nicht auf Inhalte aus einer Datenbank warten. Das macht die meisten Flat-File-Systeme von Haus aus schneller als ihre datenbankbasierten Pendants.
  2. Sicherheit
    Mit fehlender Datenbank fällt auch ein verbreiteter Angriffsvektor weg: SQL-Injections. Das kann ein Sicherheitsvorteil gegenüber datenbankbasierten Systemen sein.
  3. Einfaches Setup
    Mit einem Flat-File-CMS müssen lediglich die Dateien des Systems auf ein Webhosting kopiert werden. Das Hantieren mit Datenbanken und Einstellungen entfällt.
  4. Versionskontrolle und Backups
    Ohne den Faktor Datenbank lässt sich eine Website viel einfacher per Git verwalten. Dem Kunden gefällt die neuste Version des Designs nicht? Eine Änderung erzeugt Fehler? Springen Sie einfach einen Commit zurück. Backups lassen sich ebenfalls problemlos erstellen. Laden Sie das komplette Verzeichnis, in welchem sich Ihr Flat-File-CMS befindet, einfach per FTP herunter.
  5. Simplizität
    Verglichen mit den alteingesessenen Content-Management-Systemen sind Flat-File-CMSe weniger komplex und bieten dafür einen beschränkteren Funktionsumfang. Für gefühlte 95% aller Websites reichen die Funktionen eines Flat-File-Systems wahrscheinlich völlig aus.

Wer sich einer ausreichenden Analyse nicht verwehrt, findet hier vielleicht sein nächstes CMS! Einige Beispiele, die wir selber schon ausprobiert haben:

Für Entwickler frei verfügbar, wird eine kleine Lizenz von ca. €15 bei Liveschaltung fällig. Kirby CMS kommt mit einem schönen Backend daher, die Templates lassen sich komfortabel vewalten.

Mit Plugins und Themes (teils kostenpflichtig) lässt sich Kirby einfach um wichtige Funktionen erweitern. Ein Shop ohne Datenbank? Ein Blog ohne Datenbank? Ein komplettes Buchungs-Werkzeug (ja: auch ohne DB): Kirby kann’s!

Der Name «Kirby» klingt wie der eines herzigen Vögeleins. Lassen Sie sich nicht täuschen: der Funktionsumfang dieser noch jungen Software ist beträchtlich. Die Entwickler halten die Updatezyklen erfreulicherweise kurz, was Vertrauen in die Plattform schafft.

Performance? Grav ist erweiterbar, schnell und hat ein starkes API. Mit seinem Package-Manager und seinem Admin-Tool, welches erlaubt, Inhalte und Erweiterungen einfach zu verwalten, muss es sich nicht hinter etablierten CMS verstecken.

Die Skeletons bieten eine starke Basis, um eigene Websites aufzubauen. Inspiration findet sich in den Files zuhauf.

Caching: included! Schön, dass Grav das Caching bereits in den core von Grav integriert hat. Ein anständiges Caching verkürzt die Ladezeiten von Websites um einen Faktor von 30 oder mehr (TYPO3 statisch cachen bringt einen Faktor von ca. 200!!!).

Grav ist Open Source und wird auf GitHub gehostet!

Jekyll ist ein einfacher, blog-tauglicher, statischer Seitengenerator. Er konvertiert einfache Textfiles (wie z.B. Markdown) in komplette statische Websites, die auf den meisten gängigen Webservern gehostet werden können.

Jekyll ist auch jene Maschine, welche das Rendering von allen GitHub-Seiten bewerkstelligt. Und war gratis!

Nach einer kurzen Einarbeitungszeit mit Jekyll ist man rasch in der Lage, umfangreiche statische Websites zu generieren. Mit «Liquid» als Templating-Sprache wird auf Jahre der Erfahrung von Shopify zurückgegriffen: Shopify’s Gestaltungsvorlagen verwenden Liquid-Code!

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